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Kommunikation beginnt mit Haltung

  • Autorenbild: Anja Polte
    Anja Polte
  • 25. Juli 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. März 2025

Erfolgreiche Kommunikation am Arbeitsplatz ist entscheidend für den Unternehmenserfolg. Doch oft scheitert diese an unterschiedlichen Sichtweisen und emotionalen "Sprachen". In meiner Arbeit als Juristin, Mediatorin und Coachin für Gewaltfreie Kommunikation (GFK) erlebe ich häufig, dass der Wunsch nach "ehrlicher Kommunikation" besteht, ohne die zugrunde liegenden Haltungen und Emotionen zu berücksichtigen.




Aus einem Vorgespräch:


„Frau Polte, warum soll ich jetzt eine Mediation bei Ihnen einkaufen? Warum schaffen Herr A und Frau B es nicht, ehrlich miteinander zu kommunizieren? Wir sind doch hier nicht im Kindergarten. Die müssten nur mal ehrlich miteinander reden, aber das erzähle ich den beiden ja laufend."


Die Herausforderung: Unterschiedliche "Sprachen" verstehen


Ich höre diesen Wunsch häufig und habe dafür auch Verständnis. Doch es besteht eine Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität. Meine Antwort darauf ruft mitunter einige Sekunden Stille hervor: „Ihre Beschäftigten kommunizieren aus ihrer jeweiligen Sicht ehrlich – jeder in seiner eigenen emotionalen Sprache. Jedoch verstehen sie die Sprache des jeweils anderen (wiederholt) nicht. Es kann kein Austausch von Informationen stattfinden. Vielmehr steigt die jeweilige Erkenntnis „der versteht mich nicht bzw. die will mich doch überhaupt nicht verstehen" und wird dann zur eigenen dauerhaften und absoluten Wahrheit.


Die Folgen mangelhafter Kommunikation: Schweigen, Ausgrenzung, Konflikte


Die Situation und Folgen kennen wir alle: mangelhafte bis keine Kommunikation, Schweigen, Ignorieren, sinnloses Streiten, Beharren auf Sichtweisen, Ausgrenzen und Probleme in der Zusammenarbeit sind dann automatisiert vorprogrammiert - und werden zur Last für alle.


Die Lösung: Haltungsänderung und Mediation


Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, braucht es eine Veränderung - denn Kommunikation beginnt mit Haltung. Weg vom Gedanken "der oder die müsste nur machen, was ich sage" hin zu einem Verständnis für die Perspektive des anderen. Eine Mediation bietet den Rahmen, um Konfliktparteien außerhalb des regulären Arbeitsalltags neu zu begegnen.


Ihre gelingende Kommunikation beginnt mit Haltung:

Die Grundlagen für erfolgreiche Gespräche


Es ist wichtig zu schauen, wie meine eigene Einstellung zu meinem Konfliktpartner ist. Sehe ich ihn noch als Kollegen, als wertvollen Arbeitspartner? Oder bin ich schon auf der „die B schon wieder" oder „der A hat sie doch nicht mehr" Ebene und garniere es noch sichtbar mit Augenrollen, verschränkten Armen, Abwinken etc.? Und wenn dies so ist, was steckt dahinter? Welche Geschichte hat der Konflikt?


Vermeiden lassen sich obige menschliche Reaktionen nicht. Das sollen sie auch nicht. Emotionen sind wichtig. Ich sollte mir aber deutlich machen, dass aus einer solchen alleinigen Reaktion kein wertvoller Gewinn entsteht. Es ist eine reine verbale und nonverbale Missbilligung.

Für gute Gespräche braucht es mehr.


  • Bewusstsein, den anderen zu hören und wahrnehmen zu wollen.

  • Vertrauen, dass eine realistische Möglichkeit besteht, gehört und wahrgenommen zu werden.

  • Chance, für das Gesagte nicht beurteilt oder verurteilt zu werden.

  • Wissen, dass jemand der seine Kritik dem Gegenüber äußert, eine Tür öffnet, durch welche seine Emotionen und Bedürfnisse sichtbarer werden, inklusive dem Risiko, selbst dafür kritisiert und damit verletzt zu werden

  • Wertschätzung, den jeweils anderen wohlwollend zu sehen und wahrzunehmen


Ein Mediationsverfahren unterstützt dabei, diese Haltung zu entwickeln und die Kommunikation wieder in Gang zu bringen. Sie bietet Struktur, schafft geschützte Gesprächsräume und ermöglicht neue Perspektiven.


Was Mediation kann und was nicht:

  • Kann: Emotionen, Interessen und Bedürfnisse berücksichtigen, Reflexion fördern, geschützte Gesprächsräume schaffen, Konfliktentlastung und Befriedung erreichen.

  • Kann nicht: Verantwortung für die eigene Haltung ersetzen, "point of no return" umkehren, tiefgreifende Konflikte im Schnellwaschgang lösen.

 

 

Wie ging es im obigen Fall aus?

Am Ende haben wir uns auf ein Konfliktgespräch verständigt und die Konfliktparteien dürfen – nicht müssen - ehrlich in diesem geschützten Rahmen und mit meiner Unterstützung ihre Sichtweisen darlegen. Ziel ist es dabei nicht, schnelle Lösungen zu präsentieren, sondern „Schwieriges" und bisher „Nicht – Gesagtes" zunächst besprechbar zu machen. Ich freue mich und ja ich glaube, dass wird gut.


Benötigen Sie Unterstützung bei der Konfliktlösung? Kontaktieren Sie mich.


Als erfahrene Mediatorin, Juristin und Coachin für Gewaltfreie Kommunikation begleite ich Sie durch Ihren Prozess, in Ihrer Geschwindigkeit und helfe Ihnen, eine zufriedenstellende Lösung zu finden.




 
 
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